Samstag, 11. Oktober 2014

Pleite und glücklich

Nachdem der Samstag dann sehr unspektakulär war, ging es dann erst am Sonntag mit Aktionen weiter.

Wir hatten nämlich beschlossen, es doch noch einmal mit der Kirche zu versuchen, ich weiß gar nicht, ob ich Euch vom ersten Kirchenbesuch erzählt habe..ich glaube nicht, deswegen hier ein kurzes Update.
An dem Wochenende nach unsere Ankunft in St. Louis, wollte Wendy gerne in die Kirche gehen und so bot uns unsere Supervisorin an, uns mit in ihre Kirche zu nehmen. Dieses Angebot nahmen wir dann auch an und fuhren zusammen mit ihr und ihren 3 Nichten und Neffen zur Kirche. Schon auf dem Parkplatz merkten wir, dass es eine recht große Kirche war.
Beim reinkomme wurden wir erstmal von der frostigen Klimaanlage begrüßt, juhu 1 1/2 Stunden frieren! Schon der Aufbau der Kirche erinnerte so gar nicht an unsere. Mich erinnerte das ganze Schauspiel eher an ein Konzert. Auf der Bühne, ja es sah wirklich aus wie eine Bühne, stand ein Schlagzeuger, ein Gitarrist, ein Bassist und zwei Sängerinnen, die schon lautstark sangen und spielten. Die Gemeinde, einige saßen, manche standen, tanzten und sangen mit. Okay, nicht unbedingt, was ich von der Kirche kenne, aber ich lasse mich mal darauf ein. Die erste halbe Stunde wurde dann nur gesungen. Was danach kam, erinnerte mich an eine Talkshow. Der Pfarrer kam ganz leger in Jeans und Hemd hereinspaziert, vorher wurde noch ein Barhocker für ihn plaziert, mit so einem Talkshowmikrofon und seinem Ipad. Jaaa, WELCOME TO AMERICA würde ich mal sagen. Bei der Predigt wurde regelmäßig geklatscht und der Pfarrer durch zurufe bestätigt. Gleich zu beginn wurde noch einmal auf die Anonymität in dieser Kirche hingewiesen. Eigentlich schade, denn ist nicht genau das, was Kirche ausmacht? Gemeinschaft?

Völlig erfroren und etwas verwirrt, verließen wir die Kirche dann so anonym, wie wir gekommen waren. Kirchenerfahrung die Erste.

So viel dazu, jetzt zu meinem eigentlich Thema, die Kirche am letzten Sonntag.
Da wir Chris von unsere sagen wir mal, etwas schrägen Kirchenerfahrung erzählt haben, (Ich möchte an dieser Stelle nicht über die Kirche urteilen, wem das gefällt, soll dahin gehen, völlig in Ordnung, nur für mich persönlich war das nichts) lud sie uns ein, mal mit in ihre Gemeinde zu kommen. Sie geht regelmäßig in eine UCC Kirche, eine Kirche, die der deutschen sehr ähnlich ist und auch die Kirche, mit der unsere Organisation und die Evangelische Kirche im Rheinland kooperiert.

Und ich muss sagen, diese Kirche hat es mir echt angetan. Wir wurden sofort sehr herzlich von der Pfarrerin und der Gemeinde begrüßt und auch der Gottesdienst kam dem aus meiner Kirche zu Hause sehr nahe. Es war eine lustige und nette Atmosphäre, aber deutlich lockerer als bei uns.
Man kann hier im Gottesdienst essen, trinken, sich hinlegen, rumlaufen, die Pfarrerin macht zwischendurch Witze und am Ende kann man Essen, was vom Abendmahl übrig geblieben ist und es gibt noch Kekse, Kaffee und Kuchen. Das Abendmal wird hier übrigens jeden Sonntag gefeiert. Erinnert aber von der Aufmachung eher an das Abendmal der Katholiken.

Nach der Kirche hatten wir es dann allerdings eilig, denn wir wollten SHOPPEN gehen. Es nahm einen verhängnisvollen Lauf für mich. Den alles ist hier günstiger als zu Hause und deswegen wurde da auch mal ordentlich zugeschlagen. Jetzt bin ich pleite, aber glücklich, mit vielen neuen Sachen.
Um 15:00 Uhr, hatten wir dann alle Läden abgeklappert, haben noch einen Wrap gegessen, echt geil, und sind dann nach Hause.

Wie meine Kinder jetzt nach einem Buch sagen würden:

THEEEE EEEEEEEEND!

Ida

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